Notfallrucksack zusammenstellen (Teil 2)

Im ersten Teil (LINK) dieser Serie ging es um die „5 C’s of Survival“ im Bug-Out-Bag.
Hier geht es nun weiter mit den nächsten unverzichtbaren Gegenständen für den Fluchtrucksack, welche durch die „5 C’s“ nicht abgedeckt wurden.

Zu den großen drei Gegenständen im BOB gehören Schlafsack, Isomatte und Zelt. Letzteres wurde schon im ersten Teil behandelt.

Der Schlafsack

Der Schlafsack stellt einen unverzichtbaren Teil des Schlafsetups dar und gehört in jeden Fluchtrucksack. Er stellt sicher, dass der Körper im Schlaf nicht auskühlt, wenn ihr das warme Zuhause notgedrungen verlassen müsst.
Beachte: Eine Wolldecke ist kein adäquater Ersatz.

Beim Schlafsack kommt es auf die Komforttemperatur desselben an. Beim Kauf eines Schlafsacks orientiert ihr euch an diesem Wert, der aussagt, bis zu welcher Temperatur man im Schlafsack schlafen kann, ohne zu frieren. Den Wert der Extremtemperatur dagegen, ignoriert ihr. Diese sagt aus, bis zu welcher Temperatur man nicht stirbt – an Schlaf ist da gar nicht zu denken.

Hier findet ihr einen Schlafsackguide (LINK) mit allen wichtigen Dingen, die ihr über Schlafsäcke wissen müsst.

Die Isomatte

Damit wertvolle Körperwärme nicht nach unten hin verloren geht, haben wir eine Isomatte im Bug-Out-Bag.
Es gibt Schaumstoff-Isomatten, die gerollt oder gefaltet in den Rucksack gepackt werden, sich selbstaufblasende Isomatten und aufblasbare Isomatten.
Egal für welches Modell wir uns letztlich entscheiden, wichtig ist, dass der R-Wert passt. Der R-Wert steht für den Wärmedurchgangswiderstand. Je höher dieser, desto besser isoliert die Matte.

R-WertTemperaturJahreszeitgeeignet für
1,5 – 2,5bis 7 Grad CelsiusFrühling, Sommer, HerbstCamping im Sommer,
laue Nächte im Frühling und Herbst
2,5 – 3,5bis zu -5 Grad CelsiusDrei JahreszeitenCamping im Frühlung, Sommer und Herbst
3,5 – 4,5bis zu -11 Grad CelsiusVier JahreszeitenGanzjahrescamping, Winterübernachtungen
4,5 – 5,5bis zu -17 Grad CelsiusWintercampingWinterbiwaks bei Temperaturen weit unter 0 Grad Celsius

Die meisten Schaumstoff-Isomatten eignen sich nur für den Einsatz bei gemäßigten Temperaturen, zudem nehmen sie oftmals viel Platz im Rucksack ein. Dafür allerdings sind sie günstig und robust.

Selbstaufblasbare Isomatten enthalten eine Schaumstoff-Füllung, welche die Luft in der Matte am zirkulieren hindert. Sie können klein verpackt werden und isolieren meist besser als einfache Schaummatten.

Aufblasbare Isomatten sind meist mit Kunstfaser oder Daunen gefüllt und isolieren sehr gut. Zudem sind sie durch die Dicke recht bequem. Allerdings muss man hier mehr Acht auf die Lagerplatzwahl geben, da diese Matten leichter zu beschädigen sind. Auch bewegen wir uns hier im höherpreisigen Segment.

Hier muss letztlich jeder selbst wissen, welche Art Isomatte in den persönlichen Fluchtrucksack kommt. Der Autor des Artikels hat eine dünne Schaumstoff-Isomatte aus Evazote und eine kurze selbstaufblasbare Isomatte kombiniert.

Der Vollständigkeit wegen sei hier erwähnt, dass eine wasserdichte Unterlage, die unter der Isomatte auf den Boden gelegt wird, empfehlenswert ist. So bleibt die Isomatte trocken und sauber. Hier bietet sich die BW Nässeschutzplane oder Tyvek Hardstructure an.

Nahrung und Wasser im Bug-Out-Bag

Der Fluchtrucksack ist für 72 Stunden ausgelegt. In dieser Zeit benötigt der Körper selbstverständlich auch etwas zu Essen und Trinken.
Die Nahrung sollte schnell und einfach zu verzehren sein und im besten Fall nicht oder kaum zubereitet werden müssen. Hierfür bietet sich u.a. Nahrung aus dem Outdoor-Bedarf an, die nur mit heißem Wasser zubereitet wird. Im Supermarkt findet man außerdem Müsli-Riegel, Studentenfutter, Nussmischungen und Trockenobst, welches direkt aus der Verpackung gegessen werden kann.

Zudem sollten mindestens zwei Liter Trinkwasser im Rucksack Platz finden. Um sich weiterhin mit Wasser zu versorgen, bietet sich ein Wasserfilter an. Mit diesem Filter kann z.B. Wasser aus Bächen schnell trinkbar gemacht werden. Bewährt hat sich u.a. der GRAYL Ultrapress Wasserfilter* oder der Katadyn Hiker Pro* – beide Wasserfilter sind einfach in der Handhabung und stellen schnell trinkbares Wasser bereit. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, packt noch eine Packung Wasserentkeimungstabletten* in den Fluchtrucksack.

Der passende Kocher für den Notfallrucksack

Um im Ernstfall Wasser durch erhitzen keimfrei zu machen oder um (Trekking-)Nahrung zubereiten zu können, wird ein Kocher im Rucksack benötigt. Hier kann zwischen verschiedenen Modellen mit jeweils unterschiedlichem Brennstoff ausgewählt werden.
Praktikabel sind schnell einsatzbereite Kocher, welche mit Gas, Spiritus oder Esbit-Tabs funktionieren.

BSR 3000 / Spiritusbrenner und Esbit-Notkocher Bilder.

Ausrüstung aus den Bereichen Orientierung, Kommunikation und Stromversorgung wird im Teil 3 des Bug-Out-Bag Guides thematisiert. (LINK)